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Privacy vs Digitale Selbstbestimmung

Stardenver 0

Ich wusste ehrlich gesagt nicht, wie ich meine Gedanken zu dem Thema ansonsten betiteln soll. Im Grunde läuft es aber darauf hinaus, dass ich mir selbst Gedanken mache, was für mich wichtig und wo – bezogen auf das Internet – meine Ziele liegen.

Privatsphäre – oder neudeutsch eben „Privacy“ – ist wichtig. Punkt. Aber mir persönlich geht es – nur für mich – eben nicht darum, irgendwo unter dem Radar zu fliegen. Meine Mails werden mitgelesen, meine Spuren im Netz verfolgt, meine Aktivitäten irgendwo in meinem Profil zugeordnet und archiviert. Ich glaube, da gibt es auch nicht viele Möglichkeiten, sich komplett der Überwachung durch die Behörden mit drei Buchstaben zu entziehen. Es gibt natürlich leider Menschen, die sich aufgrund ihrer Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung oder sonstiger Attribute vor der eigenen Regierung schützen müssen. Hier sind wir in Deutschland ja zum Glück privilegiert. Das bedeutet nicht, dass das Thema deshalb nicht wichtig oder interessant ist. Alles was diesen Menschen hilft, ist unterstützenswert.

Für mich persönlich ist es allerdings nicht nötig, komplett anonym im Netz unterwegs zu sein und mich vor Behörden und Geheimdiensten zu schützen. Mir geht es hier um etwas anderes. Mein persönlicher Schwerpunkt ist die digitale Selbstbestimmung.

Ich finde es schlimm, dass Firmen wie Google, Facebook und Co. im Prinzip machen können, was sie wollen. Firmen sammeln ungeniert meine Daten, benutzen alles was sie bekommen können und fragen mich nicht mal, ob ich damit einverstanden bin. Wenn mal wieder eine Strafe im Raum steht, startet man eine PR-Kampagne und lügt den Nutzern vor, dass sie hier irgendeine Gewalt über die eigenen Daten hätten. Man gibt den Nutzern ein paar Hebel, an denen sie klicken und stellen dürfen und so das Gefühl haben, irgendetwas zu kontrollieren. Pustekuchen! Im Hintergrund machen alle weiter wie bisher und das Recht auf meine eigenen Daten ist zumeist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Regierungen versagen regelmäßig, wenn es darum geht, uns Menschen und unsere Daten vor diesen Firmen zu schützen.

Und genau hier liegt nun mein Schwerpunkt und mein eigenes Interesse. Ich habe keine Lust mehr, dass alles was ich im Netz sage, mache, erhalte oder versende von privaten Firmen gespeichert, ausgewertet und für eigene Zwecke missbraucht wird. Ich will nicht, dass jemand meine Mails liest, ohne mich zu fragen, um mir dann personalisierte Werbung zu servieren. Ich will nicht, dass Firmen die Nutzung ihrer (selbst kostenpflichtiger) Dienste durch ausschweifendes Tracking optimieren wollen. Und ich will schon gar nicht, dass mir dieser ganze Mist immer als Vorteil verkauft wird. Firmen räumen sich selbst mehr und mehr Rechte ein und wollen mir dann erzählen, das man das ja nur macht, damit ich noch mehr Service erhalte, noch bessere Leistungen und ich natürlich noch viel mehr Freude mit den Diensten habe.

Ich will der Herr über meine eigenen Daten sein. Eben „Digitale Selbstbestimmung“. Das bedeutet nun nicht, dass ich keine solchen Dienste mehr nutzen werde oder möchte. Es bedeutet aber, dass ich wissen will, welche Daten wofür genutzt werden. Und das sich die Betreiber der Dienste dann eben daran halten. Wenn eine Firma sagt „okay, wir bieten dir diese und jene Funktion, benötigen dafür aber Zugriff auf diese und jene Daten“, ist das okay für mich. Man bietet mir bessere Ergebnisse in einer Websuche, wenn man speichern darf, nach was ich bisher gesucht habe. Sollen mir von Musikdiensten bessere Songs vorgeschlagen werden, muss man meine Vorlieben kennen. Möchte ich in Fotosammlungen Menschen anhand ihres Namens finden (alle Bilder mit Papa oder Oma, z.B.), muss ich meine Fotosammlung scannen und eine KI drüber laufen lassen.

Ich will dann aber nicht, dass bei meinen musikalischen Vorlieben direkt getrackt wird, welche Apps sonst noch so auf meinem Smartphone laufen. Wenn ich Bilder von Oma anschaue, muss der Anbieter eines Fotodienstes nicht wissen, dass ich gerade im Gym, auf dem Fussballplatz oder in einer Kneipe bin. Und wenn mir jemand Computerteile verkaufen will, muss er nicht wissen, welche sonstigen Webseiten ich besuche.

Einfache Regeln, Auswahlmöglichkeiten und sich dann an beides halten. Das fordere ich von Unternehmen. Ich gebe euch – wenn ich eure Dienste nutzen möchte – die dafür erforderlichen Daten. Die werden dann aber bitte auch nur für die Bereitstellung jenes Dienstes verwendet. Keine sonstigen Daten, keine sonstige Datennutzung.

Und aktuell habe ich hier nun zwei Wege für mich entdeckt:

  1. die Nutzung von Anbietern denen ich vertrauen schenken will
  2. eigene Dienste betreiben

Und über beides werde ich in diesem meinem digitalen Tagebuch berichten. Es bleibt also vermutlich spannend 🙂

Bildquelle: https://pixabay.com/photos/secret-top-stamp-spy-army-3037639/

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